from the canyon to vegas

Grand Canyon. Ich war ja schon im Sommer bei 40 Grad und drölf Millionen Menschen dort und natürlich – bei Regen, Schnee, Kälte, keiner Sonne, da ist das Bild, das Erlebnis ein ganz anderes als damals. Und tatsächlich waren die Bedingungen bei unserem Besuch auch meilenweit entfernt von optimal. Aber man hat, trotz auch bei Regen, Schnee und Kälte drölftausend Besuchern, ja beim Grand Canyon sowieso die ganze Zeit das Gefühl, meilenweit von allem entfernt zu sein. Und deshalb war es grade trotz Nebel, trotz keiner Sonne, keinem klassischem Sonnenauf oder -untergang, trotz zumindest immer Regen, meist sogar Schnee ein unvergleichliches Erlebnis. Weil Sommer kann ja jeder, und die romantischen Bilder vom Canyon in der untergehenden Sonne kennen wir auch alle. Aber im Februar mit all dem Schnee und Nebel und dann eben doch nur ein paar Dutzend Reisenbussen ist die Stimmung da oben am Rand des Canyons doch noch mal eine ganz andere.

Also sind wir auch einfach gleich mal drei Tage geblieben, haben die – relative – Leere genossen, doch noch – vergebens – auf ein bisschen Sonne gehofft, entspannt und Wäsche gewaschen, immer mal wieder einen verregneten Blick (und ein paar Timelapse-Videos) am Rand des Grand Canyon gemacht.

Und sind dann aufgebrochen Richtung Navajoland, Canyon de Chelly, Monument Valley. Also wollten wir zumindest. Angekündigt hat es sich ja nämlich schon irgendwie beim Zwischenstopp im Petrified Forest.

Übrigens Petrified Forest (und Painted Desert) National Park. Das ist ja tatsächlich mein heimliches Highlight gewesen. Weil bezaubernde, unwirkliche Landschaften gibt es ja in Arizona (und Nevada und Kalifornien) zwar überall, aber die versteinerten Bäume, die Farben, das hat dort nochmal der Krone den Hut aufgesetzt.

Aber zurück zu Angekündigt hat es sich ja schon… Weil während einem kleinen Spaziergang im Petrified Forest hat uns doch tatsächlich ein Schneegraupelschauer mitten in der Wüste überrascht, der die Landschaft und uns innerhalb von fünf Minuten von halbwegs sonnig und eigentlich tolles und angenehmes Wetter auf verschneite Winterlandschaft verwandelt hat. Und weil uns dann der Park Ranger dort auch noch mitgeteilt hat, dass sie wohl demnächst die National Parks im Canyon de Chelly und Monument Valley zusperren müssen wegen Wetter und die USA Sim Karte auch ständig NATIONAL ALERT WEAHTER WHATEVER SMS Alarme ausgespuckt hat, haben wir beschlossen, das nordöstliche Arizona nordöstlich sein zu lassen und haben auf der Route 66 einen U-Turn hingelegt wie in jedem guten Roadmovie und sind kurzentschlossen Richtung Las Vegas gebrettert.

Weil, die paar Tage, die wir nordöstlich verbringen wollten, können wir auch woanders vertrödeln… Und ganz ehrlich? Zeit vertrödeln und das Leben und die Landschaft genießen, das ist doch Sinn jedes perfekten Urlaubs…

(klick aufs Bild in der Galerie machts jeweils groß)